0:0 im Stadtderby – so trocken wie die Getränkekarte

Das Derby gegen den Hamburger SV endete nüchtern und torlos – und aus braun-weißer Sicht muss man klar sagen: Fußballerisch war der FC St. Pauli meilenweit von dem entfernt, was man beim 2:0-Hinspielerfolg im Volkspark gesehen hatte. 

Dieses 0:0 war kein Ausrufezeichen, sondern eher ein glücklicher Punktgewinn, mit dem wir am Ende gut bedient waren.

Von Beginn an fehlte unserem FC St. Pauli nahezu alles, was es braucht, um ein Derby aktiv zu gestalten. Kein Tempo, keine Überraschungsmomente, keine klaren Abläufe. Vor allem offensiv offenbarte sich erneut das bekannte Problem: Es gibt weiterhin keinen erkennbaren Plan, wie man auch nur ansatzweise gefährlich nach vorne spielen möchte.

So plätscherte die Partie über weite Strecken dahin. Der HSV hatte mehr Ballbesitz und die klarere Struktur, ohne selbst zwingend zu werden. Der Magische FC hingegen wirkte ideenlos und uninspiriert – ein Spiel, das mehr von Fehlervermeidung als von Mut oder gar Magie lebte.

Auch auf den Rängen wollte der Funke nicht so recht überspringen. Die Stimmung war irgendwie komisch, ungewohnt distanziert. Zwischen der Südtribüne mit den Ultras und unserer Gegengerade kam zu keiner Zeit eine echte Verbindung zustande. Man stand nebeneinander, aber nicht wirklich zusammen.

Vielleicht lag es auch einfach daran, dass es keine alkoholischen Getränke gab – wer weiß. Ein bisschen Schmieröl für die Kehlen hätte der Atmosphäre womöglich gutgetan. So blieb vieles verhalten, fast schon gehemmt.

Was allerdings schwerer wiegt: Der FC St. Pauli schaffte es zu keinem Zeitpunkt, auf dem Platz Feuer zu entfachen, das hätte auf die Fans überspringen können. Keine Intensität, keine Emotionalität, keine Derby-Momente, die hängen bleiben.

Unterm Strich bleibt ein 0:0, das sportlich wenig hergibt und emotional enttäuscht. Für eines der wichtigsten Derbys in Hamburg war das alles sehr leidenschaftslos. Der Punkt geht in Ordnung – das Gefühl danach eher nicht.

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