1-1 gegen Leipzig – die Aufholjagd beginnt!

Im Nachholspiel des 16. Bundesliga-Spieltags trennten sich unser FC St. Pauli und RB Leipzig im Millerntor-Wohnzimmer der Nilsson Mandela Allstars vor 29.147 Zuschauern mit einem 1:1-Unentschieden. Zu erwarten waren kalte Füße, Lücken im Gästeblock und eine eher gedämpfte Hoffnung auf Tore und Punkte nach dem offensivarmen Stadtderby. Umso schöner, dass wir positiv überrascht wurden! 

Zum Einlauf klangen diesmal keine Glocken von “Hells Bells”. In Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes wurde der bewegende Film des NS-Opfers und ehemaligen Spielers Selig Cahn, gespielt von Hauke Wahl, gezeigt. Begleitet wurde das Gedenken von einer würdevollen Choreografie auf der Nord, Süd und Gegengerade. “Kein Vergeben, kein Vergessen” stand auf Spruchbändern. “Alle zusammen gegen den Faschismus” und “Ganz Hamburg hasst die AfD” schallte es über alle Tribünen durchs Millterntor.

Erste Hälfte: Die Partie begann bei eisigen Bedingungen mit hohem Einsatz beider Mannschaften. Dabei spielte auch unser St. Pauli gegen die Ballkünstler aus Leipzig mutig nach vorne und agierte stark in den Zweikämpfen. Xaver Schlager sorgte allerdings früh für Gefahr, als sein Schuss an den Pfosten klatschte.

Einen weiteren gefährlichen und abgefälschten Abschluss von RB Leipzig konnte Nikola Vasijl noch vor der Torlinie entschärfen. Gleich mehrfach gelang es dem Magischen FC in der ersten Hälfte durch starke Pässe von Joel Fujita auf Ricky-Jade Jones, die letzte Abwehrkette von RB Leipzig zu überspielen. Jones ließ seine großen Chancen leider liegen und traf unter anderem nur das Außennetz.

Die zweite Hälfte begann ausgeglichen, Der FC St. Pauli blieb stark in den Zweikämpfen. Neben Manolis Saliakas und Arkardiusz Pyrka zeigte auch unser neuer, Tomoya Ando, eine überzeugende Defensivleistung.

In der 66. Minute holten uns die vergebenen Chancen der ersten Hälfte ein: Yan Diomande traf nach einer Ecke von links mit einem sehenswerten Distanzschuss aus etwa 20 Metern, der unhaltbar im linken Eck einschlug. Damit erzielte Leipzig sein erstes Tor am Millerntor der eigenen Vereinsgeschichte.

In der Nachspielzeit dann der entscheidende Moment: Leipzig-Verteidiger David Raum rutschte unglücklich weg und foulte Martijn Kaars im Strafraum, was zum Elfmeter für St. Pauli führte. Kaars trat selbst an und verwandelte sicher zum 1:1-Ausgleich in der 93. Minute – ein bitterer Moment für die Gäste auf deren Gemütslage wir keine Rücksicht nehmen konnten und wollten. Ein emotionaler Höhepunkt für das ganze Stadion, unsere Boys in Brown und natürlich die Nilsson Mandela Allstars.

Endlich schallte wieder Song 2 übers Heiligengeistfeld! Nach dem mutigen Auftritt des Magischen FC stehen ein gefühlter Sieg mit einem gewonnenen Punkt und eine gute Teamleistung auf der Habenseite. Die Aufholjagd hat begonnen!

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